Geschichte

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Geschichte der Abteilung Möhringen

Das Bild zeigt das damalige Wappen des Möhringer Löschwesens.

Geschichtlicher Rückblick des Möhringer Feuerlöschwesens

Brände und ihre Bekämpfung zogen bis zur Gründungszeit von Feuerwehren alle Einwohner in große Mitleidenschaft. Außer den Kindern, Bresthaften, hütenden Hirten, Nachtwächtern, Flurschützen und ärmeren Wittfrauen ohne erwachsene Söhne hatten alle Männer und „Weibsleute“ bei Brandfällen genau zugewiesene Tätigkeiten auszuführen. In einer Löschordnung waren die Einzelmaßnahmen der Brandbekämpfung niedergelegt:

  • Leitung durch den Bürgermeister als Brandmeister zusammen mit dem Ratsschreiber
  • Feueralarm durch Tor- und vier Hochwächter sowie zwölf Feuerreiter,
  • Straßenbeleuchtung mit in Pfannen brennenden Pechkränzen und aufgestellten oder aufgehängten Laternen, 
  • durch Preise gesteigerte rascheste Herbeischaffung von Löschgeräten und Wasser auf dem Zwingerweg (Feuerwagen, Feuer- und Handspritzen, Feuerleitern, Haken verschiedener Größe, Gabeln, Feuereimern und dergleichen)
  • zunft- und handwerksgemäße Bedienung durch die in Rotten eingeteilte Bürgerschaft 
  • gleichzeitige „ungesäumte“ Meldung des Brandfalles an die zur Hilfe verpflichteten Nachbarorte.

Die Verpflichtung zum geschlossenen Einsatz der Bürgerschaft zeigte sich auch bei den Aufräumungs- und Aufbauarbeiten und bei Unterstützungsaktionen durch Spenden der eigenen und benachbarten Gemeinden. So stellte die 1777 gegründete Brandschadensversicherung eine deutliche Erleichterung für die Brandgeschädigten und deren Mitbürger dar. Nach den technischen Verbesserungen der Löschgeräte machte vor allem die Abschaffung der Zünfte in den 60er Jahren des achtzehnten Jahrhunderts eine Neuordnung des Löschwesens erforderlich. So schuf man auf Anregung des damaligen Bürgermeisters Fischler am 23. August 1863 auch in Möhringen eine Freiwillige Feuerwehr. Ihre vom Stadtrat genehmigten Statuten sahen eine Mitgliedschaft aller männlichen Bürger bis zu einem Alter von 40 Jahren vor. Die Stadt übernahm die Kosten für Kleidung und Ausrüstung. Die erste Spritze wurde im Jahre 1863 angeschafft und kann noch heute im Möhringer Rathaus besichtigt werden. Der erste Kommandant war Taddäus Leiber. 1867 hatte das Feuerwehrcorps ohne die Feuerwehrkapelle einen Mannschaftsstand von 94 Kameraden. Das erste Feuerwehrmagazin befand sich im alten Schulhaus. 1923 kamen die Geräte in die Donaumühle, später in einen Schuppen in der Bahnhofstraße, 1957 in den Bauhof, wo die Feuerwehr bis heute untergebracht ist.

Das Bild zeigt eine Atemschutzmaske aus den dreißiger Jahren.

Die Kriegsjahre und der damit verbundene Einsatz der Männer im Kriegsdienst machten es erforderlich, dass 1944 eine weibliche Hilfsfeuerwehr gegründet wurde. Nach Kriegsende wurde die Truppe wieder aufgelöst. 
Seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde dem Feuerschutz besondere Bedeutung zugemessen. Es erfolgte ein Neuaufbau der Wehr, sowohl von der Mannschaftsstärke als auch von den Gerätschaften her. Im Jahr 1951 erfolgte die Anschaffung des Löschgruppenfahrzeugs LF8 TS (mit einer Pumpenleistung von 1.200 Litern pro Minute). Größere Mengen Schlauchmaterials und schwere Atemschutzgeräte wurden angeschafft. Zur Alarmierung der Wehr erfolgte der Aufbau eines Sirenensystems. Um einen guten Mannschaftsstand sicher zu stellen, wurde am 3.August 1952 die erste Jugendfeuerwehr Baden-Württembergs in Möhringen gegründet. Aufgrund ihrer guten technischen Ausstattung war die Feuerwehr Möhringen bis zum Jahr 1972 Stützpunktfeuerwehr für die umliegenden badischen Gemeinden. 1963 erhielt die Feuerwehr Möhringen als Geschenk zu ihrem 100-jährigen Jubiläum eine Handdrehleiter DL 18 auf Opel Blitz Fahrgestell, die bis Sommer 2012 noch im Einsatz war.

Im Jubiläumsjahr 1963 wurden die ersten Kontakte mit den Wehren der Partnerstädte Waidhofen/Ybbs (Österreich) und Bischofszell (Schweiz) geknüpft, die bis heute aufrechterhalten und gepflegt werden. Ein besonders kameradschaftliches Verhältnis verbindet die Feuerwehr Möhringen mit der Feuerwehr Bischofszell. Seit 1983 besteht auch eine Partnerschaft mit den elsässischen Kameraden aus Berrwiller (Elsaß).

Das Bild zeigt ein kofferradiogroßes Empfangsgerät für die damalige Alarmierung der Einsatzkräfte.

Im Zuge der weiteren Modernisierung der Feuerwehr wurde 1972 die Funkalarmierung eingeführt. Mit dieser Einrichtung war eine neuzeitliche und schnelle Alarmierung der Feuerwehr geschaffen, die in der Folgezeit weiter ausgebaut und der technischen Entwicklung laufend angepasst wurde. Durch die Funkalarmierung ist es möglich, dass die Feuerwehrmänner innerhalb weniger Minuten am Fahrzeug sind und in äußerst kurzer Zeit wirkungsvolle Hilfe leisten können. Mit der Eingemeindung der selbstständigen Stadt Möhringen in die Stadt Tuttlingen zum 1.1.1973 verlor die Feuerwehr ihre Eigenständigkeit. Seit diesem Zeitpunkt wurde sie eine Abteilung der Freiwilligen Feuerwehr Tuttlingen.

1975 wurde das im Jahr 1951 angeschaffte Löschgruppenfahrzeug LF8 durch ein neues Löschgruppenfahrzeug LF16 ersetzt. Um die Einsatzkraft der Wehr zu verstärken, erfolgte im Jahr 1978 die Anschaffung eines Tragkraftspritzenfahrzeuges (TSF). 1986 wurde der Wehr ein neuer Mannschaftstransportwagen MTW übergeben. Um auch bei Verkehrsunfällen rasch und wirkungsvoll helfen zu können, erhielt die Wehr 1987 einen sog. Rettungssatz.

Nachdem die Freiwillige Feuerwehr über Jahrzehnte hinweg eingeengt und doch eher provisorisch zusammen mit dem Bauhof in der Klingenbergstraße untergebracht war, liefen gegen Ende der 80er Jahre die Planungen für den Neubau des Feuerwehrgerätehauses an. Nachdem der Bauhof ein eigenes Gebäude erhalten hatte, wurde das Feuerwehrgerätehaus in zwei Bauabschnitten ausgebaut. Im ersten Bauabschnitt, der 1990 im Jahr des 125-jährigen Jubiläums der Wehr, fertiggestellt und eingeweiht wurde, wurden die Betriebsräume hergestellt. Die Räumlichkeiten umfassten im wesentlichen Funkalarmzentrale, Atemschutzübungsraum, sanitäre Einrichtungen, Schulungs- und Aufenthaltsraum. Im zweiten Bauabschnitt wurde an Stelle der bisherigen Halle eine neue Fahrzeughalle mit vier großen Stellplätzen erbaut.

Im Jahr 2005 war es Zeit das in die Jahre gekommen TSF zu ersetzen. So wurde als Ersatz ein HLF 10/10 beschafft, welches seither als Ersteinsatzfahrzeug für fast alle Einsatzarten genutzt wird.

Die Ausbildung der Wehr wurde im Laufe der Jahre ständig verbessert und der technischen Fortentwicklung laufend angepasst. Regelmäßige Proben und die Teilnahme an den angebotenen Kursen und Lehrgängen waren selbstverständlich. Der gute Ausbildungsstand wurde bei der Teilnahme an zahlreichen Leistungswettbewerben stets erfolgreich unter Beweis gestellt.